Die „temporäre“ Inflation, die zusätzliche Belastung für den Klimaschutz und die Schröpfung des Mittelstands bedarf neuer Wege. Entlastung durch Anrechnung privater CO2 Gutschriften bei der Jahressteuererklärung. Anreize schaffen statt Holzhammer Methode.

Der Strategiewechsels für die Verringerung der Treibhausgasemissionen ist ein bestimmendes Thema. Konjunkturprogramme, Förderungen und Besteuerung kosten Unternehme und dem Staat viel Geld. Und natürlich wird es finanzielle Einflussnahmen auf jeden von uns geben. Der Schutz unserer Natur durch Senkung der Treibhausgase oder gar der Klimaneutralität ist klar ein essentielles Thema, welches unabhängig von jeglichem persönlichen Stand oder Status verfolgt, eingehalten und getragen werden muss.  Doch wie weit kann es gehen wenn Treibstoffe noch höher besteuert werden sollten, Klimaabgaben der Unternehmen an die Endverbraucher mehr und mehr weitergegeben werden und Dinge im Leben, für die man hart und lange arbeiten muss, durch Zusatzabgaben noch unerschwinglicher werden lässt? Wieweit kann und darf man eigentlich gehen?

Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umrüsten kostet viel Geld. Erneuerbare Energien, Elektromobilität, Wasserstoff und Brennstoffzellentechnik, Speichertechniken und viele weitere Themen mit denen wir uns seit einiger Zeit beschäftigen, sind die Schlüsseltechnologien für den Klimaschutz. Das ist gut, wird Arbeitsplätze schaffen, vielleicht andere vernichten, grundlegende persönliche Veränderungen mit sich bringen und Chancen und Risiken herbeiführen.

Auch ich beschäftige mich stark mit diesen Themen. Persönlich und geschäftlich bringe ich meinen Beitrag ein und arbeite auch daran, finanziell an der Klimapolitik zu partizipieren. Unter anderem mit meinem Index Zertifikat „Renewable Energy Market“. Doch bei aller Liebe zu diesen Themen sehe ich auch die zusätzlichen persönlichen Ausgaben die gerade weiter deutlich steigen. Neben den Umlagen durch Klimaschutzprogramme steigen aktuell auch die Lebenshaltungskosten. Durch Konjunktur und Infrastruktur Programme und der Anleihekäufe der Notenbanken wird die Geldmenge stehts mehr. Futter für die Inflation. Es darf auch mal die Frage gestellt werden wieso Dividendenkönige nicht in der Lage zu sein scheinen auch ohne finanzielle Unterstützung vom Staat ein Krisenjahr zu überleben. Davon gab es einige. Mit der Corona Krise konnten sich viele Firmen innerhalb eines Jahres gesundschrumpfen um schlussendlich im Folgejahr noch höhere Gewinne vorzuweisen. Zu Lasten vieler Arbeitnehmer die durch Anpassungen der Tarifverträge nun deutlich weniger Geld in der Tasche haben. Sei es, wie es ist, denn Geld ausgeben konnten wir im letzten Jahr so gut wie nicht. Damit sitzt das Geld natürlich locker und verleiht auch bei deutlich höheren Preisen zum Kauf.  Der Anstieg der Verbraucherpreise soll nur temporär sein. So zumindest die Meinung einiger Finanzexperten und Notenbank Chefs. Was heißt aber temporär? Auch die Anleihekäufe sind nur temporär und laufen bereits wie lange? Dieser dehnbare Begriff temporär wird uns definitiv länger begleiten als man dem Wort vielleicht unterstellt.

Inflation 25 Jahre

Die reale Inflation ist gerade erst am Auferstehen wobei die versteckte Inflation ja bereits seit Jahren läuft. Schaue ich mir beispielsweise einen Schokoriegel eines namenhaften Herstellers an, so hat sich die Verpackungseinheit merklich verkleinert. Günstiger wurde er aber nicht. Und jetzt ziehen die realen Preise auch noch an. Alles gut, wenn unsere Löhne ebenfalls ansteigen würden. Aber durch Nullrunden und Tarifanpassungen (z.B. 40h Verträge gekürzt auf 35h) wird sich die Lage verschärfen.

Noch ist alles relativ entspannt. Zwar sind die Rohstoffpreisen im letzten Jahr dramatisch angestiegen aber eben während der Corona Krise ebenso eingebrochen. Der S&P GSCI umfasst 24 verschiedene Rohstoffe und zeigt diesen Verlauf deutlich.

S&P GSCI Rohstoffpreise

Der Strukturwandel zur Klimaschutz wird uns zusätzlich Geld kosten. Die Umlagen der ansteigenden CO2 „Steuern“ wird der Endkunde tragen müssen. Bei einer deutlich steigenden Inflation bedeutet dies eine doppelte Belastung und könnte sogar die zeitliche Zielvorstellung ausbremsen.

Da auch der Mittelstand mittlerweile arg geschröpft wird durch eine hohe Steuerlast und viele Subventionen nicht greifen, könnte der Unmut bald zunehmen und eine Zurückhaltung beim Konsum bedeuten. Vielleicht auch gezwungenermaßen. Ich denke es bedarf neuer Wege um die Klimapolitik schnell und unkompliziert voranzutreiben. Vor 16 Jahren führte die EU einen Emissionshandel ein. Der Staat teilt Emissionsrechte jedem Unternehmen zu. Unternehmen die viel CO2 ausstoßen müssen Rechte zukaufen und dafür bezahlen. Unternehmen mit einem geringen Ausstoß können dagegen Emissionsrechte verkaufen. Wir kennen dies beispielsweise von TESLA die über Jahre Rechte an andere Automobilhersteller verkauften. Ein teilweise nettes Zubrot wobei der Preis der Zertifikate erst seit drei Jahren merklich ansteigt. Auch Privatinvestoren können mittlerweile Emissionszertifikate indirekt handeln. An der ICE in London werden die Emissionszertifikate primär gehandelt. Mittlerweile gibt es Anlageprodukte die diesen Index abbilden und somit auch von Privatinvestoren gehandelt werden können.

CO2 Zertifikate Preis

Warum also nicht in diese Richtung schauen und besonders engagierte Klimaschützer belohnen? Ich könnte mir eine Steuerentlastung beispielsweise bei der Jahressteuererklärung vorstellen. Wer Ökostrom einkauft, Geld in eine Solaranlage investiert, ein Elektroauto fährt oder auf besonders klimafreundliche Heiztechniken zurückgreift, könnte eine Art CO2 Gutschrift erhalten. Diese Gutschrift kann dann mit der Jahressteuererklärung an den Fiskus zurück verkauft werden und die Steuerlast mindern. Ein Zwang etwas zu tun wie beispielsweise die Verpflichtung eine Solarstromanlage bei Neubauten einzuführen ist ebenso unsinnig wie die Möglichkeit zu bieten Garnichts zu tun. Ebenso wenig die Klimasteuerlast den Bürgern als eine Entlastung zu verkaufen wie beispielsweise die Kilometerpauschale anzuheben oder Geringverdiener mehr zu subventionieren. Hier eine Fairness einzuhalten ist unmöglich. Ein gesundes Maß zur Verringerung der Treibhausgasemissionen kann von jedem gefordert werden. Mittel zu finden um den Klimaschutz schmackhafter zu machen und zu beschleunigen sehe ich als bedeutend zielführender an. Gerade wenn es Methodiken geben kann, die eine reale und einfach zu berechnende „Belohnung“ als Gutschrift erlaubt. Man muss die Dinge beim Namen nennen und klar definieren was ich für eine Gutschrift monetär dann vom Staat bekommen kann und auch werde. Unabhängig davon wieviel Steuern ich zahle. Ich denke hier an so viele Anreize den CO2 Fußabdruck jeder Person zu verringern und zu belohnen. Kreativität ist zielführender als beispielsweise Benzinpreise in die Höhe zu treiben oder per Zwang die Erneuerbaren Energietechniken einzuführen. Wie bereits erwähnt, bei diesem Inflationsausblick und den geplanten zusätzlichen Kosten zur Einhaltung der Klimaziele sehe ich Ungemach aufziehen für junge Familien, die gerne möchten aber nicht mehr können, den Rentner, denen zunehmend der Lebensstandard wegbricht und vielen anderen Gesellschaftsschichten die den Kostendruck spüren werden.

www.renewable-energy-market.com

Ein Kommentar zu “Die „temporäre“ Inflation, die zusätzliche Belastung für den Klimaschutz und die Schröpfung des Mittelstands bedarf neuer Wege. Entlastung durch Anrechnung privater CO2 Gutschriften bei der Jahressteuererklärung. Anreize schaffen statt Holzhammer Methode.

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